beziehungsWeise – kunst|religion|musik im Landesmuseum Mainz

Hochschule für Musik Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Projekt: beziehungsWeise – kunst|religion|musik im Landesmuseum Mainz
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Veranstaltungsreihe „beziehungsWeise – kunst|religion|musik“ im Landesmuseum Mainz

Die Reihe bestand aus drei Veranstaltungen, die jeweils an einem Sonntag um 15.00 Uhr im Landesmuseum Mainz in den Museumsräumen vor den Originalkunstwerken durchgeführt wurden. Übergreifendes Thema bildete in diesem Jahr die Epoche der Romantik, weshalb drei Gemälde und Musikstücke ausgewählt wurden, die exemplarisch Strömungen dieser Epoche verdeutlichen:

1. Eduard von Heuss: Thorvaldsen in seinem Atelier (1834). Violinsonate d-Moll von Nils Gade mit Marta Kovalova, Violine, und Yona Sophia Jutzi, Klavier.

2. Caspar David Friedrich: Boddenlandschaft. Streichquartett a-Moll op.13 (1. und 3. Satz) von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit Marta Kovalova, Friederike Kampick, Tim Düllberg und Lucija Rupert.

3. Joseph Karl Stieler: Der Schutzengel (1831). Streichquartett a-Moll op.13 (2. und 4. Satz) von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit Marta Kovalova, Friederike Kampick, Tim Düllberg und Lucija Rupert und „Abendsegen“ aus der Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck.

Die Veranstaltung am 1. Termin (29.04.2018) thematisierte das großformatige Portrait des dänischen Malers und Bildhauers Bertel Thorvaldsen, gemalt von dem in Mainz aufgewachsenen Eduard von Heuss. Thorvaldsen hatte 1834 auf Vermittlung von Heuss für Mainz die bekannte Statue des Johannes Gutenberg geschaffen, die auch auf dem Gemälde links oben abgebildet ist. Thorvaldsen und Heuss hatten sich in Rom kennengelernt, das in der Romantik auf viele Maler eine starke Anziehungskraft hatte (Nazarener). Parallel zu dieser Strömung war für viele Musiker der Romantik Deutschland bevorzugter Studien- und Aufenthaltsort, nicht zuletzt durch Mendelssohns Wirken in Leipzig. So war auch der dänische Komponist Nils Gade, dessen dramatische 2. Violinsonate erklang, nach Leipzig gekommen und hatte enge Kontakte zu Mendelssohn geknüpft, dessen Nachfolger als Kapellmeister des Gewandhausorchesters er wurde. Der theologische Impuls kreiste um das Thema „In die Fremde gehen“. Der ursprüngliche Plan, den im Museum stehenden historischen Hammerflügel bespielbar zu machen, musste leider nach Begutachtung durch einen Experten aufgrund von Haarrissen im Stimmstock fallen gelassen werden.

Der 2. Termin (20.05.2018) widmete sich einem der bedeutendsten Maler aus der Epoche der Romantik: Caspar David Friedrich, dessen Gemälde Boddenlandschaft aus Privatbesitz exklusiv für diese Veranstaltung ausgeliehen werden konnte. Da das Gemälde nicht sehr groß ist, ließen die Veranstalter – dank der Unterstützung durch die Stiftung Erlebnis Kunst – A5-formatige Drucke des Bildes und einzelner Ausschnitte anfertigen, die während der Veranstaltung an die gut 100 Teilnehmer verteilt wurden, so dass jeder Besucher alle Details während des kunsthistorischen Beitrags vor sich hatte. Der musikalische Impuls griff die zentralen Themen der Romantik Verlust, Sehnsucht und Trost auf, indem Mendelssohns Streichquartett op.13, das auf dem Lied „Ist es wahr?“ (dass Du meiner harrst) basiert, aufgeführt wurde. Pfarrer Beier trat im Kostüm des Rügener Theologen und Literaten Kosegarten auf, der durch seine Uferpredigten damals auch C. D. Friedrich inspiriert hatte. (Bilder dazu per Email).

Am 3. Termin (1.7.2018) stand das Gemälde Schutzengel des Malers J. K. Stieler im Zentrum. Der Kunsthistorische Impuls hob u.a. ins Bewusstsein, wie religiöse Darstellungen (auch bei C.D.Friedrich) in der Zeit der industriellen Revolution kompensatorisch das Bedürfnis nach Geborgenheit befriedigen. Es erklangen weitere Sätze aus Mendelssohns Streichquartett op.13 und der bekannte Abendsegen aus Humperdincks Oper Hänsel und Gretel, arrangiert für Streichquartett und drei Singstimmen (wobei das Publikum die Melodie mitsummte!). Pfarrer Beier griff das Thema Schutzengel und das der Schlange auf, die im Bild das schlafende Kind bedroht. Anhand eine großen (Spielzeug)schlange entwickelte er einen lebhaften Dialog zum Verhältnis zwischen Mensch und Schlange.

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